These shoes are made for working …

Bevor dieser Bericht losgeht, möchten wir noch vorweg erläutern, dass es anfangs „nur“ darum ging einem bedürftigen Menschen neue Schuhe zu kaufen, da seine schon am „Zerfallen“ waren …
Nachdem dieser Mensch, namens Hendrik, uns aber etwas mehr Einblick in seine Lebensumstände und persönliche Geschichte gewährt hat, wurde uns erst der Umfang bewusst, mit dem wir es in diesem Fall zu tun haben…

Es geht um jemanden mit gutem Herz und Intelligenz, der Anderen nur Gutes will! Sein Leben ist jedoch geprägt von Angst, Gewalt, Folter und Terror, einer gefährlichen Flucht um zu Überleben und großer Sorge ums Wohl seiner Familie!!
Nur weil er jetzt in Österreich ist, hört seine Angst nicht auf, darum haben wir seinen Namen geändert. Hendrik ist vorsichtig und schüchtern und hat daher fast keine Freunde hier, obwohl er sehr liebenswert ist …



Wir haben Glück!
Wenn du dich jetzt fragst was denn damit genau gemeint ist, haben wir eine einfache Antwort: Wir sind von vielen lieben Menschen umgeben…
… einer davon ist Hendrik. Nun gut, wer ist Hendrik?


Hendrik ist Zeitungsverkäufer“, zumindest hier in Wien, denn eigentlich ist er Automechaniker, er ist 32 Jahre alt und aus . Er steht jeden Tag vor dem Supermarkt, wo wir uns täglich unser Frühstück kaufen. Und was ist daran so besonders?
Sein Wesen! Er ist so unaufdringlich freundlich und fröhlich, dass das Frühstück kaufen auch immer ein bisschen gute Laune macht, denn er strahlt die Menschen an und verbreitet mit seinem sonnigen Gemüt Freude & gute Laune.
Doch wenn man seine Geschichte kennt, die von Gewalt, schrecklichen Ereignissen, Folter und von Flucht geprägt und für einen Mitteleuropäer kaum vorstellbar ist, ist es beachtlich, wie dieser Mensch durch die Welt geht. „Wenn ich Menschen zum Lächeln bringe, bin ich schon glücklich!“, hat er gesagt …


Am Rande erwähnt, konnte er über einiges kaum sprechen, als er über sein Leben in seiner alten Heimat erzählte. Vor allem über das Leid, das seinem Bruder widerfuhr – er zeigte mir fürchterliche Fotos nach der Folter, als er ihn ins Spital brachte. Sein Bruder ist aufgrund dieser Gewalt jetzt querschnittsgelähmt!! Er sprach noch über die Qualen in Gefangenschaft und die Folter, die auch ihm widerfuhr. Als ich nach seinem Vater fragte, konnte er gar nicht weitersprechen, griff sich aufs Herz, wurde todernst, starrte auf den Boden … mit Tränen in den Augen, ihm scheint Schreckliches widerfahren zu sein. Ich versuchte ihn auf ein anderes Thema zu bringen und umarmte ihn kurz….

Er erzählte, dass er nach der Folter flüchten musste, um sich und auch seine Familie vor der terroristischen Organisation zu schützen, die den Menschen dort so viel Leid zufügt. Hendrik flüchtete von Nigeria bis nach Libyen, die gesamte Strecke legte er barfuß zurück!!


Als gelernter Mechaniker würde er seinen Beruf sehr gerne ausüben, oder wie er erzählte, hatte er auch in einer evangelischen Kirche einen hohen Stand, wo ER Menschen helfen konnte. Es wäre sein Traum, seinen christlichen Glauben beruflich auszuüben. Am liebsten in der Kirche, sogar wenn der „Schuh drückt“ strahlt Hendrik.

Eines Tages kam er mit unserem Vizeobmann ins Gespräch und erzählte, dass alles soweit ganz ok ist, jedoch seine Schuhe schon Löcher haben und regelrecht zerfallen. Da es auch unangenehm ist mit kaputten Schuhen den ganzen Tag zu stehen, geschweige denn einen ordentlichen Job zu finden, wurde der Entschluss gefasst mit Hendrik Schuhe kaufen zu gehen!

Am nächsten Tag war es soweit, wir gingen auf die Mariahilferstraße und wurden auch fündig! Hendrik entschied sich für wunderschöne Schuhe, mit denen er arbeiten, sich vorstellen und in die Kirche gehen kann.

Es ist fast nicht in Worte zu fassen, wie glücklich dieser Mensch war und seine Augen strahlten, als wir wieder zurück zum Vereinszentrum am Naschmarkt gingen. Es war wie das Strahlen in den Augen eines Kindes, das zu Weihnachten genau das bekommt, was es sich sehnlichst gewünscht hatte und noch nicht ganz glauben konnte, dass es nun Wirklichkeit geworden ist. Es ist nicht nur, dass er jetzt ordentliche Schuhe hat, es scheint als ob er auch ein Stückchen Stolz und Selbstbewusstsein zurückerlangt hat und natürlich ist auch genau das etwas Unerlässliche: die Würde eines Menschen!


Nach einer großzügigen Schuhspende, die bei uns einging konnten wir nun noch zwei weitere Paar Schuhe (siehe Fotos) an Hendrik weitergeben. Jetzt ist er glücklicher Besitzer von drei Paar Schuhe!


Hendrik muß demnächst aus seinem Mietzimmer ausziehen und sucht  daher dringend ein Zimmer in einer Wg. in Wien.  Er kann 200,- bis 250,- im Monat dafür bezahlen und bringt sich gerne im Haushalt ein. Wir kennen ihn als äußerst liebenswürdigen & ehrlichen Menschen und würden uns sehr freuen wenn er eine gute Unterkunft bekommen kann. 


Wer Hendrik mit einer Wohngelegenheit helfen will und kann meldet sich bitte unter:
obdachlosenhilfe@verein-mut.eu


Wir freuen uns im Rahmen der Yes We Care Direkthilfe und danken den lieben Menschen, die mit ihren Sach und Geldspenden ein Stückchen Hoffnung schenken! Dadurch wird es möglich Hilfsbedürftigen in unterschiedlichsten Situationen unmittelbar und direkt unter die Arme greifen zu können! Manchmal sind es „nur“ Schuhe, manchmal existenzgefährdende Umstände und vieles, vieles mehr mit dem obdachlose und sehr armutsgefährdetet Menschen zu kämpfen haben!




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