09.10. 2017 12:10

Familienglück in den eigenen vier Wänden


Im Februar haben wir mit den ersten Aufnahmen im MaPaKi Wien 12 begonnen. Das erste Zimmer vergaben wir zu diesem Zeitpunkt einer kleinen somalischen Familie. Noch waren sie nicht komplett, die werdende Mutter hatte im Mai ihren Geburtstermin.
Von Gewalt und Armut in ihrem Heimatland geflohen, führte der Weg der beiden über Umwege nach Österreich. Über mehrere Monate lebten sie in Notunterkünften, leider immer getrennt voneinander bis sie schließlich gemeinsam im MaPaKi Wien12 ein Zimmer beziehen konnten.
Die werdende Mutter hatte anfangs sehr starke Depressionen, die ganze Situation nahm sie mehr als mit. Ihr Freund und Vater des Kindes war noch in der Grundversorgung und somit Asylwerber. Diese Ungewissheit war eine starke Belastung für beide. Der junge Mann war voller Tatendrang und wollte unbedingt einen Deutschkurs besuchen, dies erwies sich als sehr schwierig da die kostenlosen Kurse eine jahrelange Warteliste hatten und die kostenpflichtigen viel zu teuer sind. Schließlich gelang es uns, ihm eine Praktikumsstelle in einem Verein zu ermöglichen. Mit großer Freude ging er jeden Tag zur „Arbeit“ und freute sich sehr, endlich einer Tätigkeit nachgehen zu können.
Die junge Frau war aufgrund der bevorstehenden Schwangerschaft nicht mehr ganz so flott unterwegs, sie wurde regelmäßig von einer Dula besucht. An dieser Stelle möchten wir uns auch ganz besonders bei den Dulas bedanken, die sich ehrenamtlich so gut um unsere Klientinnen kümmern, während der Schwangerschaft begleiten und bei den Entbindungen dabei sind, sofern die Frauen das wünschen. Auch eine Nachbetreuung wird ermöglicht. Wir freuen uns sehr, diese Möglichkeit unseren schwangeren Klientinnen anzubieten, vor allem denjenigen, die auf sich alleine gestellt sind!
Anfang Mai wurde die Familie schließlich durch ein kleines Mädchen erweitert. Nun fühlten sie sich komplett, es fehlten jedoch noch die eigenen vier Wände.
Wir hörten vor einigen Monaten von einer betreuten Wohnung, welche jedoch noch nicht frei war. Trotz einiger Bewerber blieben wir aktiv dran und freuten uns enorm, als plötzlich die Zusage kam: die kleine Familie konnte schon in wenigen Tagen einziehen!
Wir wünschen der Familie alles erdenklich Gute und hoffen, dass sie ihren weiteren Lebensweg so zielstrebig verfolgen, wie sie es hier bei uns getan haben!
Anna, 29.08.2017