ERASMUS+ Projekt Arbeit und Kultur


Unsere erste Arbeitswoche

Es gab ein Hofteam und ein Wegteam. Am Vormittag bekamen die Pferde leckeres Futter, dabei lernten wir auf Italienisch zu zählen. Außerdem wurden Pferde gestriegelt, Hufe ausgeputzt, gewaschen und nach dem Stall Ausmisten die Pferdeäpfel mit der Scheibtruhe auf den Riesen-Misthaufen geschippert. Nach dem Ausmisten holten wir frisches Stroh und Heu und verteilten es in den Boxen. DSC01189.jpgDanach versuchten wir ein paar Schabracken mit Bürsten vom Schweiß der Pferde zu befreien. Während unserer Arbeitszeit kamen wir auch bei dem Mini-Stier und dem Esel vorbei. Güni schloss gleich Freundschaft mit dem Glubschaugen-Stier und machte Bekanntschaft mit seiner Zunge. Masha, die beste Stute des Hofes, die jeden Tag arbeiten muss und Schmerzen hat und darum von den Menschen genervt ist, hat ihre Wut an Karin ausgelassen und sie und auch schon andere gezwickt. Auch Lukas wurde fast verletzt, weil ihm ein Pferd auf den Fuß stieg. Ein Glück, dass er seine Stahlkappenschuhe anhatte und somit seine Zehen heil blieben.
Das Wegteam hat Äste mit dem Freischneider und der Motorsäge geschnitten, mit der Gartenschere dünne Sträucher abgezwickt und Steine vom Weg geräumt und mit der langen Säge dickere Äste abgesägt, die in den Weg hingen. Mit der Heckenschere schnitten wir auch viel Grünzeug vom Weg. Was wir mit der langen Säge nicht schneiden konnten, mussten wir mit der Handsäge schneiden.
Ein Riesen-Stein knallte an Joshuas Bein und er schrie laut „@%&!$“.DSC01109.jpg
Yosef wollte unbedingt Äpfel haben und kletterte auf einen Baum, rutschte unerwartet aus und schlug mindestens sechs Saltos. Am Ende blieb er liegen und sah Sterne um seinen Kopf. Zum Glück kam er mit ein paar Kratzern davon.
Nach insgesamt zweieinhalb Tagen hatten wir das erste Drittel des Weges fertig und Dimitri war mit unserer Arbeit sehr zufrieden.
Wir konnten mit dem nächsten Wegstück beginnen und weil wir jetzt schon viel besser sind, arbeiten wir noch schneller und geschickter.


Kulturworkshop

Am Mittwoch sind wir nach dem Arbeiten zu Robi nach Lausé gefahren. Wir nutzten die erste halbe Stunde um uns auszurasten. Ein paar von uns spielten auch Fußball und Tischfußball, während das leckere Essen vorbereitet wurde. Es gab zur Vorspeise warme Focaccia, dazu eine frische Salame, Stracchino und Butter. Während wir die Antipasti aßen und schon fast satt waren, rochen wir die leckere Pizza, die im Outdoor-Steinofen fein gebacken wurde. Marcella servierte sie uns mit einem freundlichen Lächeln auf einem schönen Tisch, der draußen in der Sonne stand. Wir waren voll von der leckeren Mahlzeit und machten eine kurze Verdauungspause. Dann kam die Nachspeise. Es gab Kuchen und Eis. Nach diesem herrlichen Menü bekamen wir auch noch einen echten italienischen Kaffee. Gut gestärkt saßen wir dann in einem Kreis in der Wiese. Siria erzählte uns die Geschichte der okzitanischen Kultur. Steffi dolmetschte für uns und hat sich sehr bemüht, dass wir alles gut verstehen. Um diesen spannenden Unterricht zu verinnerlichen, brachte sie uns das berühmteste okzitanischeVolkslied „Se Chanto“ bei. Piedro und Asia begleiteten uns auf einer Ziehharmonika und einem Dudelsack. Wir bemühten uns sehr, diese für uns fast unmögliche Sprache auszusprechen. Als wir schon heiser waren, verlegten wir uns auf‘s Tanzen, das aber auch nicht viel einfacher war. Trotz aller Anstrengung, schnaufen und viel Schweiß vergießen hat es allen sehr gut gefallen. Abschließend hörten wir noch ein paar Geschichten und Legenden über die Königin Giovanna d‘ Angiò, die hier im Valle Stura einen besonderen Stellenwert einnimmt.

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