Jede, der oder die schon einmal im Ausland gelebt hat, weiß, wie herausfordernd die erste Zeit sein kann. Man kennt kaum jemanden und weiß oft noch nicht, wo man Menschen findet, mit denen man sich austauschen und wohlfühlen kann. Oder man befindet sich als Frau/Mama in einer schwierigen Lebenssituation und wünscht sich Austausch und Unterstützung. So wie die Bewohnerinnen in unseren vereinseigenen Wohneinrichtungen.
„Ich möchte mit dem MUT-Frauencafé ein unterstützendes Netzwerk aufbauen. Frauen können so viel voneinander lernen – die Jüngeren von den Älteren, kinderlose Frauen von Müttern und natürlich genauso umgekehrt“, erklärt Sarah, die ursprünglich aus Italien stammt.
Doch das Frauencafé ist weit mehr als ein gemütliches Beisammensitzen bei Kaffee und Kuchen. Jedes Treffen steht unter einem eigenen Schwerpunkt. Mehrmals gestaltete Anni, Psychologin in der Kinder- und Familienhilfe des Vereins MUT, die Nachmittage. Im Mittelpunkt stehen jedoch die Teilnehmerinnen selbst, die ihre Talente, Erfahrungen und ihr Wissen mit der Gruppe teilen.
„Ich möchte den Frauen, die aufgrund ihrer kleinen Kinder häufig noch keine Möglichkeit haben zu arbeiten, einen Raum geben, ihre Fähigkeiten einzubringen und weiterzugeben“, erzählt Sarah. „Ich sehe das als eine Form von Empowerment – und bisher waren die Workshops für alle Teilnehmerinnen nicht nur bereichernd, sondern auch sehr unterhaltsam.“
Upcycling, Psychologie und Tortillas
In den vergangenen Monaten wurde das Programm vor allem von den Teilnehmerinnen selbst gestaltet. Mariana aus Mexiko lud zu einem Tortilla-Workshop ein, Natalia aus Costa Rica zeigte den Frauen verschiedene Collagetechniken und Pamela aus Chile gab einen kreativen Upcycling-Workshop.
Auch für den August – spätestens jedoch für den Herbst – ist bereits ein besonderes Highlight geplant: Es wird die Kunst des Kintsugi vorgestellt. Dabei werden zerbrochene Keramikstücke mit Gold oder anderen Edelmetallen wieder zusammengefügt. Die traditionelle japanische Technik steht sinnbildlich dafür, Brüche nicht zu verstecken, sondern sie als Teil der eigenen Geschichte wertzuschätzen.
Seit seinen Anfängen im Herbst 2025 hat sich das MUT-Frauencafé zu einem internationalen Treffpunkt für Frauen entwickelt. Es schafft Raum für Begegnung, gegenseitige Unterstützung und gelebtes Empowerment – und schenkt den Teilnehmerinnen Herzlichkeit, Solidarität und das Gefühl, angekommen zu sein.
Infos zu den Terminen sowie Kontaktmöglichkeit gibt es HIER und auf Instagram