Die Eröffnung der Mutter-Kind-Einrichtung Refugium im Jänner 2021 gilt als Meilenstein in der Kinder- und Familienhilfe beim Verein MUT. Erstmals konnten wir Mamas mit Kindern, die sich in einer Notsituation befinden, Wohnraum mit autonomen Einheiten anbieten.
“In unseren MaPaKi-Wohnungen (Anm. Mama-Papa-Kind-Wohnungen), die wir schon seit fünfzehn Jahren im Zuge unserer Wohnhilfe angeboten hatten, mussten sich die Familien Bad und Küche teilen. Die räumlich abgetrennten Wohneinheiten im Refugium mit eigenem Bad und Küche bieten viel mehr Privatsphäre und ein Gefühl von Zuhause. Das ist besonders in einer ohnehin schon schweren Lebenssituation sehr wichtig für die Stabilisierung – für die Frauen und Kinder.”, erklärt Florina, Leiterin unserer Kinder- und Familienhilfe.
Sicherer Ort für 39 Mamas und 42 Kinder
Im Refugium stehen fünf derartige Wohneinheiten zur Verfügung. Während ihres Aufenthalts werden die Mamas sozialarbeiterisch und die Kinder, falls möglich, auch sozialpädagogisch betreut. Ziel ist der Wiedereinstieg in autonomes Wohnen, also eine eigene Wohnung und die Stabilisierung.
Seit der Eröffnung 2021 haben 39 Mamas mit 42 Kindern im Refugium ein Zuhause auf Zeit gefunden. Durchschnittlich waren die Familien 294 Tage in der Mutter-Kind-Einrichtung. 51% der Mamas zogen danach in eine eigene Wohnung, 14% bewohnten nach ihrem Aufenthalt im Refugium eine der 14 Start-up-Wohnungen vom Verein MUT.
Viele Bewohner:innen bedeuten auch eine schnelle Abnutzung. Immer wieder fallen Sanierungsarbeiten im Refugium an und wir freuen uns sehr über Projektspenden, die uns helfen das Refugium als einen Ort zum Wohlfühlen zu erhalten.
Jetzt mithelfen und spenden!
“Wir freuen uns sehr, mit dem Refugium nun doch schon eine lange Zeit ein sicheres und auch gemütliches Übergangs-Zuhause für so viele Frauen und Kinder anbieten zu können und somit einen wichtigen Beitrag für Familien und ihre Sicherheit leisten zu können.”, so Florina.
Zwei ehemalige Bewohnerinnen berichten von ihrer Zeit im Refugium:
Meine Erfahrung im Refugium empfinde ich als äußerst positiv. Schon das Wort „Refugium“ finde ich besonders passend. Nach Monaten ohne ein Zuhause, das ich wirklich mein Eigen nennen konnte, wurde dieser Ort zu einem echten Zufluchtsort für mich und meinen damals 18 Monate alten Sohn. Zum ersten Mal seit Monaten konnte ich aufatmen. Die kleine Küche hat mir ermöglicht, meinem Kind wieder etwas Gutes zu kochen, und die Terrasse wurde zum Schauplatz vieler seiner Spiele. Es sind neue Freundschaften entstanden, die bis heute bestehen. Darüber hinaus konnte ich dank der Unterstützung von Verein MUT endlich wieder mein Leben selbst in die Hand nehmen, neue Kraft finden und meinen Weg in Richtung Selbstständigkeit und eines würdevollen Lebens fortsetzen. Nach so vielen Absagen bei der Suche nach einem Ort zum Leben habe ich diese wunderbare Organisation gefunden, die mich aufgenommen, mir zugehört, mich unterstützt, begleitet und mir geholfen hat, als Frau und Mutter wieder frei zu sein.
Sarah
Ich habe ein Jahr lang mit meinem Sohn im Refugium gelebt und wurde dort von einem wunderbaren Team begleitet, von Anna, Tamara und Christine. Sie haben mir in dieser Zeit sehr geholfen, wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Dank ihrer Unterstützung konnte ich an einem Programm teilnehmen, wurde für WAFF Ausbildung Plus angemeldet und habe später angefangen zu arbeiten und habe im sozialpädagogischen Bereich eine Ausbildung absolviert. Außerdem habe ich meine eigene Wohnung bekommen. Nach diesem Jahr kann ich wirklich sagen, dass sich in meinem Leben sehr viel verändert hat. Ich habe viele Erfolge und Fortschritte gemacht. Auch mein Sohn, der am Anfang wegen seines Verhaltens sehr auffällig war, hat sich durch die Hilfe der Sozialpädagoginnen im Refugium sehr positiv entwickelt. Ich bin sehr dankbar für diese Unterstützung und dafür, dass ich und mein Sohn diese Chance bekommen haben.
Sabina